Liturgie und Überlieferung
Musik, in der liturgische Melodien, religiöse Praxis und Formen musikalischer und kultureller Weitergabe hörbar werden.
Ein Klavierprojekt zwischen Diaspora, Erinnerung und Gegenwart
Dr. Monique Arar entwickelt derzeit ein künstlerisches Recherche- und Aufführungsprojekt für Solo-Klavier. Im Laufe des Jahres 2027 entsteht ein moderiertes Konzertprogramm von 60 bis 75 Minuten.
Das Projekt erforscht jüdische Klaviermusik und musikalische Traditionen, die von Liturgie, Exil, Migration, Erinnerung, sephardischem und aschkenasischem Erbe sowie gegenwärtigem jüdischem Leben geprägt sind.
Die Arbeit umfasst Repertoirerecherche, die Sichtung von Noten und Quellen, die pianistische Erarbeitung der Werke, Kontextrecherche sowie die Entwicklung von Programmtexten und kurzen Einführungen für das Publikum.
Wie werden Liturgie, Exil und kulturelle Weitergabe in jüdischer Klaviermusik hörbar – und wie lassen sich sephardische und aschkenasische Perspektiven in einem heutigen Berliner Konzertprogramm miteinander in Beziehung setzen?
Die vorläufige Programmdramaturgie folgt drei miteinander verbundenen Linien:
Musik, in der liturgische Melodien, religiöse Praxis und Formen musikalischer und kultureller Weitergabe hörbar werden.
Werke, die im Zusammenhang mit Vertreibung, Migration und der Bewahrung jüdischer musikalischer Traditionen entstanden sind.
Kompositionen, die jüdisches Leben und jüdische Identität aus heutiger diasporischer Perspektive behandeln.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf selten gespielten Werken jüdischer Komponistinnen sowie auf Musik lebender jüdischer Komponist*innen. Mögliche Ausgangspunkte sind Werke von Ruth Schönthal, Vally Weigl, Miriam Gideon, Verdina Shlonsky, Betty Olivero, Ernest Bloch, Joachim Stutschewsky und Mieczysław Weinberg.
Die endgültige Auswahl richtet sich nach künstlerischer Qualität, ihrem Bezug zur zentralen Fragestellung und ihrer Funktion innerhalb des Konzertprogramms. Ergänzend können eigene Bearbeitungen liturgischen, jiddischen und ladinischen Materials entstehen.
Monique Arars sephardisch-aschkenasische Familiengeschichte bildet die persönliche Perspektive, aus der sie Repertoire zu Exil, Überlieferung und jüdischer Kontinuität auswählt und miteinander in Beziehung setzt.
Dr. Monique Arar ist Pianistin, Pädagogin und langjährige Führungskraft in der jüdischen Kultur- und Gemeindearbeit. Ihre Eltern kamen als jüdische Geflüchtete aus Ägypten und der ehemaligen Sowjetunion in die USA. Sie lernten sich dort durch jüdische Gemeindenetzwerke und zwei Schadchanim aus sephardischem und aschkenasischem Umfeld kennen.
Mehr als zehn Jahre arbeitete sie in jüdischen Organisationen und Bildungskontexten, darunter Hillel, JIMENA, Moishe House und die Jewish Federation. Darüber hinaus unterrichtete sie Hebräisch, Judaistik und Musik in Synagogen und jüdischen Bildungseinrichtungen.
2021 realisierte sie mit Unterstützung des UNLV College of Fine Arts das Recherche- und Aufführungsprojekt Music from the Camps. Im Juni 2026 wirkte sie in Berlin als Pianistin an einem Programm des Abraham Geiger Kollegs mit Musik aus dem jüdischen liturgischen Jahr mit. Diese Arbeit bildet einen unmittelbaren künstlerischen Ausgangspunkt für Jüdische Klangwelten.
Die öffentliche Präsentation ist nicht allein als klassisches Konzert konzipiert, sondern als moderiertes Programm. Kurze Einführungen und Programmtexte vermitteln die musikalischen, historischen und jüdischen Kontexte ausgewählter Werke.
Eine erste öffentliche Präsentation ist für Herbst 2027 in Berlin geplant. Je nach Publikum kann die Vermittlung ganz oder teilweise für deutsch-, englisch- und russischsprachige Kontexte angepasst werden.
Am Ende der Entwicklungsphase sollen ein aufführungsreifes Soloprogramm, eine recherchierte und annotierte Repertoireauswahl, Moderations- und Programmtexte sowie ein Programmdossier für weitere Aufführungen in jüdischen und kulturellen Kontexten vorliegen.
Ausschnitte aus Dr. Monique Arars künstlerischer Arbeit als Solopianistin.
Monique Arar am Klavier in einem Ausschnitt aus einem zeitgenössischen jiddischen Liederzyklus.
Ein Porträt der Atlanta Jewish Times über Monique Arars Arbeit in der jüdischen Gemeindeleitung und ihre Ernennung zur Leitung von The Sixth Point.
Jüdische Klangwelten (Jewish Sound Worlds) is a solo piano research and performance project by Dr. Monique Arar. It explores how liturgy, exile, migration, and cultural transmission become audible in Jewish piano music, while bringing Sephardic and Ashkenazi perspectives into dialogue.
During 2027, the project will develop into a moderated 60–75-minute solo piano program. Works by Jewish women composers and underrepresented Jewish repertoire form a particular focus. A first public presentation is planned in Berlin for fall 2027.
Für Konzertanfragen, Kooperationen und weitere Projektinformationen:
Dr. Monique Arar
Monique.Arar.EU@gmail.com
Stand: Juli 2026